Französische Verteidigung
Diese Eröffnung gehört zu den halboffenen Schacheröffnungen. Erstmalig gespielt wurde sie in einer Fernpartie zwischen London und Paris im Jahre 1834. Neben den gängigen Antwortzügen 1. ... c5 und 1. ... e5 gehört die französische Verteidigung zu den beliebtesten Antworten auf 1. e4.
Man sagt, dass die französische Verteidigung jene Eröffnung sei, die am meisten die Schachspieler polarisiert. So gibt es etliche Schachspieler, die in ihrem Leben nie zu einer anderen Eröffnung griffen (siehe W.Uhlmann), andere wiederum sind felsenfest davon überzeugt, dass 1. ... e6 schon die schwarze Niederlage einleitet. Den Weißspielern geht es übrigens nicht anders, einige von ihnen lieben es, gegen den Franzosen zu spielen, andere wechseln zu 1. d4, um ihm für immer aus dem Weg zu gehen.
Diese Eröffnung ist zumeist an ihren Bauernketten zu erkennen (d4,e5 vs. e6,d5)
. Auch wenn diese die Stellung tendenziell geschlossen halten und einiges an Taktik aus der Stellung nehmen, zählt die französische Verteidigung trotzdem zu den aktiven Verteidigungen. In fast jedem Spiel zeugen die Bauernhebel f6 und c5
vom aktiven schwarzen Gegenspiel.
Die französische Verteidigung ist besonders reichhaltig an positionellen Plänen und eignet sich sehr für langfristige Partieanlagen.
Zu den Hauptsystemen dieser interessanten Eröffnung zählen die Abtauschvariante
, die Vorstoßvariante
, die Tarrasch-Verteidigung
, die Rubinstein-Verteidigung
, das klassische System
und das Winawer System
. Diese Systeme werde ich in späteren Artikeln genauer beleuchten.
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Gibt es nicht einen online
Gibt es nicht einen online Schachspiel, in dem man weisse und schwarze zuge eingeben kann um zu sehen wie man darauf besser antworten soll?
Hi, kenne ich leider nicht,
Hi,
kenne ich leider nicht, aber warum benutzt Du nicht ein normales Schachprogramm auf dem Handy oder dem PC?
Gruß,
Stefan
Französische Verteidigung - Tarrasch
Auch Tarrasch hielt die Französische Verteidigung für mangelhaft. Interessanterweise wendete er sie als Schwarzer trotzdem dreimal in dem wichtigsten Wettkampf seines Schachlebens an (WM-Kampf gegen Lasker 1908). Er erzielte dabei ein Remis und zwei Niederlagen. In seinem Wettkampfbuch schreibt er hierzu (7. Partie):
"Nach dem Verlauf der fünften Partie war ich in der größten Verlegenheit wegen einer Verteidigung der spanischen Partie. Deshalb sah ich mich veranlaßt, auf die französische Partie zurückzugreifen, gegen die ich mich schon seit vielen Jahren eines gewissen Mißtrauens nicht habe erwehren können. Zwar schien mir die nach dem Amerikaner Mac Cutcheon benannte Fortsetzung 4.Lg5 Lb4 (statt des früher gespielten 4...Le7) aussichtsreich und sogar vorteilhaft für Schwarz zu sein, aber diese Ansicht hat in diesem Wettkampfe einen gewaltigen Stoß erlitten, wie ich bei der elften Partie auseinandersetzen werde und ich bin geneigt, die französische Verteidigung heute nicht mehr zu den korrekten zu zählen. Ich beabsichtige, meine ausführlichen Untersuchungen darüber demnächst in einem Buche: "Vorlesungen über die französische Partie" zu veröffentlichen.
Weiß jemand, ob er an dem beabsichtigten Buch tatsächlich gearbeitet hat? Eine Veröffentlichung ist meines Wissens nicht zustande gekommen.
Seine Meinung hat er jedenfalls nicht mehr geändert. 1931 schrieb er in seinem Lehrbuch "Das Schachspiel":
"Es zeigt sich also, daß die französische Partie bei bestem Gegenspiel nicht zu völligem Ausgleich führt."
Viele Grüße,
Jens
Französische Verteidigung
Angeblich hat Anand (scherzhaft) geäußert, dass man die Französische Verteidigung besser als Deutsche Verteidigung bezeichnen sollte. Er spielte wohl damit auf die erfolgreiche Anwendung von z.B. Uhlmann, Knaak, Hübner und Kindermann an!
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