Studie: Lasker Manöver

Das Lasker-Manöver ist eine äußerst interessante Technik im späten Turmendspiel. Das Wissen um diese Technik hilft jedem Schachspieler frühzeitig zu entscheiden, ob ein sich anbahnendes Endspiel Remis, gewonnen oder verloren ist.

Häufig hört man die Weisheit, "alle Turmendspiele sind Remis" und zumeist bewahrheitet sich dies für die Turmendspiele, die man eigentlich gewinnen sollte. Mit ein wenig Schachwissen sollte es uns zukünftig aber gelingen, die gewonnen Turmendspiele zu erkennen und auch die Gewinnführung parat zu haben.

Nun aber zum Lasker-Manöver. Die Grundstellung ist dadurch gekennzeichnet, dass beide Seiten über einen Turm und einen Freibauern verfügen. Die Freibauern sind schon bis auf die siebte bzw. die zweite Reihe vorgerückt. Sie werden von ihren Türmen seitlich gedeckt. Beide Türme erfüllen noch eine zweite Aufgabe und zwar stehen sie hinter dem gegnerischen Freibauern und hindern diesen daran, sich zur Dame zu verwandeln.

Die Position der Könige ist nicht minder interessant. Der weiße König steht auf dem Umwandlungsfeld und hindert seinen eigenen Bauern daran, zur Dame zu schreiten. Sobald er das Umwandlungsfeld räumt, sagt der schwarze Turm Schach, um den weißen König von seinem Bauern zu trennen bzw. ihn zurück auf das Umwandlungsfeld zu drängen.

Das Problem ist aber die Position des schwarzen Königs! Steht dieser auf einem der gelben Felder, ist die Stellung aus weißer Sicht gewonnen. In allen anderen Fällen hält Weiß das Remis.

Wahrscheinlich ist es nicht möglich, sich die gelben Felder alle für die nächsten Jahrzehnte zu merken!? Was wir aber tun können, wir merken uns die Grundprinzipien der Gewinnführung. Da gibt es eigentlich nur vier Dinge, die man wissen muß.

1) Steht der schwarze König auf der Linie des weißen Bauern, kann dieser eigentlich schon zur Dame laufen, da der Turm den Bauern nicht mehr angreift.

2) Steht der schwarze König auf der 2.Reihe und das Umwandlungsfeld f8 ist frei, droht immer das Turmopfer Txa2! Je nachdem ob der König vor oder hinter dem Turm steht, kann der Turm getauscht werden oder der Turm ist gefesselt und kann die Umwandlung des Bauern nicht mehr unterbinden,

3) Der schwarze König kann auf die 2. Reihe abgedrängt werden, wenn er auf der g- bzw. h-Linie steht.

4) Steht der schwarze König auf der e- bzw. g-Linie, kann der weiße König seine Position verlassen, ohne dass ein Turmschach droht - der Bauer kann sich zur Dame verwandeln.

Wie dies praktisch umzusetzen ist, könnt ihr euch am besten auf dem Demobrett zeigen lassen - viel Spaß!

Übrigens, wenn ihr diese Regeln richtig verstanden habt, könnt ihr jetzt euch selbst beantworten, ob das Lasker-Manöver auch bei einem weißen Freibauern auf e7 anwendbar ist oder warum nicht!?

Demobrett

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